...
24 November 2009 - Hernalser Friedhof
Hernalser Friedhof
Der alte Ortsfriedhof befand sich bei der Hernalser Pfarrkirche am St. Bartholomäus-Platz, neben dem Hernalser Kalvarienberg. Nach der Friedhofsauflösung und dem Umbau der Kirche wurde 1784 ein neuer Friedhof angelegt, an dessen Stelle um 1900 eine Parkanlage - ein kleiner hässlicher Fleck inmitten des dicht verbauten Gebietes – entstand. Von dem früheren Friedhof ist nur das Leichenhaus, das von der Stadtgartenverwaltung genutzt wird, erhalten geblieben.
Der Neue Hernalser Friedhof wurde am 1. November 1872 seiner Bestimmung übergeben. Vor allem die neugotische Friedhofskapelle am Eingang verbreitet gründerzeitliche Stimmung. Prächtige Familiengräber finden sich entlang der Friedhofsmauer und beim Portal. Auch wenn die Hernalser Arkadengrüfte, die sich in drei Reihen entlang ziehen, in einem recht desolaten Zustand sind, gehören sie zu den sehenswertesten Grabstätten Wiens. Alle wesentlichen Stilrichtungen, vom Biedermeier- und Empiregrab bis zur Marmorwand, sind in diesem wunderbaren, äußerst stimmungsvollen Ensemble vertreten.
Steil steigt der Hernalser Friedhof Richtung Schafberg an. Die trostlose Eintönigkeit der hier dominierenden gesichtslosen langen Einheitsgräberreihen, wird scheinbar nur durch die Steigung erträglich gemacht. Der Friedhof präsentiert sich im oberen Teil parkähnlich, mit Bänken und Spazierwegen – umrahmt von Kleingartenanlagen, die wie der Friedhof aussehen – oder umgekehrt?
Hier ruhen zum Beispiel:
• 1798: Feldmarschall Karl Graf Clerfayt (eines der schönsten Gräber – vom Alten Friedhof transferiert)
• 1880: Ferdinand Ritter von Hebra (Begründer d. Dermatologie in der Lehre und Forschung)
• 1884: Josef und 1892 Johann Schrammel (Musiker)
• 1892: Josef Bratfisch (Leibfiaker v. Kronprinz Rudolf von Habsburg)
Quelle: "Werner T. Bauer - Wiener Friedhofsführer - Falter Verlag"
 |
Comments (0) :: Post A Comment! :: Permanent Link
|
24 July 2008 - Cimetière Marin
Cimetière Marin
Der Cimetière Marin ist der wohl schönste und eindrucksvollste der alten Friedhöfe Réunions. Viele berühmte Männer und Frauen der Insel sind hier beigesetzt.
• Leconte de Lisle (französischer Schriftsteller - gest. 1894)
• Eugène Dayot (Dichter und Romanautor - gest. 1852)
Ihre Grabdenkmäler sind aufwändig gestaltet und von einem blühenden Blumenmeer umgeben. Das bedeutendste Grab jedoch ist das des berüchtigten Piraten:
• La Buse
La Buse, bzw. Olivier le Vasseur wurde zu Lebzeiten bereits der „Bussard“ (La Buse) genannt. Er war der erfolgreiichste und berüchtigste Pirat der Epoche, auf den ein immens hohes Kopfgeld ausgesetzt wurde.
Die Karriere des La Buse ist zeittypisch: Von den schwierigen Bedingungen in der Karibik vertrieben, kam er 1720 nach Madagasakar und häufte auf seinen Expeditionen bis nach Goa, den Seychellen, Ostafrika, Mauritius und Réunion unvorstellbare Reichtümer an.
Schließlich konnten ihn die Franzosen fassen, brachten ihn nach Réunion, wo er am 7. Juli 1730 zum Tode verurteilt und am selben Abend in St. Paul aufgeknüpft wurde. Unter dem Galgen warf er einen geheimnisvollen Plan in die Menge und rief: „Wer ihn lesen kann, dem gehört mein Schatz!“.
Kopien des Planes gibt es noch, z.B. in den mauritischen Archiven, aber trotz vieler Versuche, Mahé (Seychellen), Mauritius oder Réunion als Schatzort zu identifizieren und zu lokalisieren, ist bis heute das sagenhafte Gold nicht aufgefunden worden. Stattdessen hat es etliche Schatzsucher Jahre ihres Lebens und riesige Investitionen gekostet …
Das Grab ist ausgeschildert, es befindet sich an der Mauer des Haupteinganges, wo zwei kleine Kanonen die kriegerische Vergangenheit des Freibeuters dokumentieren. Interessant ist, dass viele Einwohner von dessen Weiterleben überzeugt sind. Sie kommen des Nachts zu seinem Grab, bitten in okkultischen Sitzungen um Beistand oder wünschen die Rache des La Buse auf ihre Feinde hinab.
|
Comments (0) :: Post A Comment! :: Permanent Link
|
8 May 2008 - Zentralfriedhof
Zentralfriedhof
Geschichte
Um 1857 konnten die bestehenden Wiener Friedhöfe die Toten nicht mehr aufnehmen. Es stellte sich die Frage, ob mehrere kleine Friedhöfe errichtet oder ein Großfriedhof gebaut werden sollte. Nach längerem Hin- und her entschied man sich für letzteres und die Odyssee, einen geeigneten Platz zu finden, begann.
Nach langem Suchen fand man zwei in Simmering liegende Grundstücke, die gemeinsam für etwa eine Million „Bewohner“ konzipiert waren. Außerdem herrschte eine günstige Windrichtung und der Boden war relativ eben.
Erst 1870 wurde die Ausschreibung für die Gestaltung des Friedhofs vorgenommen. Nicht zu früh, zu der Zeit reichte der Platz etwa nur noch für 40.000 Tote. Ein Jahr später entschied man sich für zwei deutsche Architekten. Da diese oft abwesend waren, verzögerte sich die Fertigstellung des bereits so benötigten Friedhofs enorm.
Ende 1872 musste der St. Marxer Friedhof gesperrt werden und auf den übrigen Friedhöfen der Stadt reichte der freie Raum nur noch bis Ende 1874. Um einen Begräbnisnotstand zu vermeiden, wurde bereits ein Jahr vor der Eröffnung des Zentralfriedhofs die rechts vom Hauptportal gelegene Fläche als provisorischer Friedhof ausgestaltet.
Bis zur Eröffnung brach ein heftiger Streit aus, der das Ganze noch etwas verzögerte. Es ging darum, ob der konfessionslose Zentralfriedhof geweiht werden sollte, oder nicht. Der damalige Bürgermeister gab dazu nur vage Informationen und so wurde das Debakel auf österreichische Weise geklärt: Im Morgengrauen nahm Kardinal Rauscher die Einweihung in aller Stille vor, während auf einem nahe gelegenen Gelände eine Hasenjagd stattfand.
Endlich konnte der Friedhof 1874 eröffnet werden. Doch die Wiener Bevölkerung war nicht von Anfang an begeistert. Kahl und armselig in der Ausgestaltung, war er bevorzugter Tummelplatz von Landstreichern und Tagedieben.
Auch die Beerdigungsprobleme waren keineswegs gelöst. Der erste strenge Winter machte deutlich, wie weit und mühsam der Weg zum neuen Friedhof war. Für die Anrainer in Simmering ergab sich durch die unaufhörlichen Leichenzüge ein deprimierender Anblick … mit den Staatsbahnen waren anfangs auch keine Einigungen zu erzielen. Letztendlich baute man die Simmeringer Pferdebahn aus, die 1901 elektrifiziert wurde und seit 1907 71er heißt.
Die Fertigstellungen der geplanten Bauwerke, des Hauptportals, der beiden Leichenhallen, der Kapelle und der Arkadengrüfte verzögerten sich noch mehrere Jahrzehnte lang.
1881 wurde der Grundstein für die heutigen Ehrengräber gelegt: Nämlich mit der Verordnung zur Errichtung von Grabstätten zur Beerdigung „hervorragender, historisch denkwürdiger Personen“.
Zwischen 1903 und 1911 erlebte der Friedhof unter Bürgermeister Karl Lueger eine Phase der regen Bautätigkeit. 1905 errichtete der Architekt Hegele den Haupteingang (Tor 2). Neben dem Hauptportal wurden die beiden Leichenhallen für Infektiöse (1907) und Nichtinfektiöse (1906) erbaut. Im Jahr 1904 erfolgte überdies die 5. Erweiterung des Friedhofs, wodurch die erworbenen Grundstücke nun allesamt zur Belegung herangezogen worden waren.
Am 11. Mai 1908 erfolgte die Grundsteinlegung zum Kirchenbau durch Bürgermeister Lueger, der ihre Vollendung (1911) jedoch nicht mehr erleben sollte. Der 1910 provisorisch bestattete Lueger wurde schließlich im Unterbau der Kirche beigesetzt, die Kirche zu seinem Angedenken Dr. Karl-Lueger-Gedächtniskirche benannt.
Das Gebäude stellt einen der bedeutendsten Jugendstilbauten Wiens dar. Die Kirche fasst bist zu 1.600 Menschen, ihr Kuppelkreuz befindet sich in einer Höhe von 58,5m über dem Boden. Die Kuppel wird von zwei pylonartigen Türmen flankiert, an ihrer Rückseite befinden sich die Uhr- und Glockentürme, deren Zifferblätter statt Ziffern die Worte TEMPUS FUGIT (Die Zeit flieht) enthalten. Durch die beiden langen Arkaden, die 70 Grüfte und 768 Kolumbarnischen enthalten und deren Abschluss acht flach gewölbte Mausoleen bilden, erzielt die gesamte Anlage eine Platzartige Wirkung.
Die Glasfenster stammen aus der Werkstatt Kolo Mosers. In den Umgängen finden sich zahlreiche Epitaphe, und in der Unterkirche gibt es insgesamt 40 Grüfte.
Durch diese ebenso großzügige wie repräsentative Ausgestaltung und nicht zuletzt durch die Errichtung eines zentralen Ehrenhaines wurden die Wiener mit der Zeit mit ihrem „Zentral“ versöhnt, sodass dieser gemäß dem Wunsch seiner Erfinder nach und nach zum „eigentlichen Stadtfriedhof“ avancierte.
Mit der Akzeptanz stieg auch die Zahl der Beerdigungen, die sich bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges auf jährlich etwa 19.000 bis 22.000 einpendelte. 1923/24 wurde eine dritte Leichenhalle errichtet. Seither ist die Lage des Grabes dafür ausschlaggebend, in welcher Halle der Leichnam aufgebahrt wird.
Im zweiten Weltkrieg erlebte auch das Reich der Toten eine schwere Zeit. In den letzten Kriegsmonaten fielen 530 Sprengbomben auf den Friedhof. Dabei wurden 12.000 Gräber und 200 Grüfte ebenso zerstört wie die mächtige Kuppel der Gedächtniskirche. Nach Kriegsende hatte die Bestattung zudem rund 4.000 unbeerdigte Leichen zu bergen und zahllose in den Grünanlagen der Stadt verscharrte Tote zu exhumieren.
Inzwischen sind die Wunden verheilt und so erstrahlt der Wiener Zentralfriedhof in neuem Glanz. Jahrzehnte hatte seine Fertigstellung gedauert, Hohn und Spott hatten sich über ihn ergossen. Heute jedoch zählt er zu den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, ist mit seiner Ausdehnung von 2,385.000 m² immer noch einer der größten Friedhöfe Europas, bedeckt ein Areal von der Größe eines mittleren Wiener Bezirkes, und ist mit seinen mehr als 250 Ehrengräbern fast ein österreichisches Pantheon.
Ungefähr 3 Millionen Menschen in mehr als 300.000 Gräbern gewährt der Zentralfriedhof letzte Heimstatt, 170-300 Menschen gibt er Arbeit. Eine Nekropole ungeheuren Ausmaßen, umgeben von unzähligen Steinmetzbetrieben und auf Trauergesellschaften spezialisierten Gasthäusern.
Einmal im Jahr aber, zu Allerheiligen und Allerseelen, wird der Zentralfriedhof zum Familienausflugsziel der Wiener und bietet dem erstaunten Betrachter ein höchst zweifelhaft vergnügliches Schauspiel wienerischer Grabesseligkeit, mit all den Blumenstandln, Würstelbuden und Maronibratern vor seinen Toren.
Quelle: "Werner T. Bauer - Wiener Friedhofsführer - Falter Verlag"
Eine Liste der Ehrengräber und anderen berühmten Beerdigten erspare ich mir hiermit. Diese sind - hier - übersichtlich einzusehen.
|
Comments (0) :: Post A Comment! :: Permanent Link
|
11 October 2007 - Grinzinger Friedhof
Grinzinger Friedhof
Nachdem die Grinzinger Kirche 1783 zur Pfarrkirche avancierte, entstand der Grinzinger Friedhof. Gestiftet wurde das Grundstück für den neuen Friedhof 1829 von dem reichen Handelsmann, Armeelieferant und Wohltäter der Gemeinde – Franz Ritter Huschka Edler von Ratschitzburg.
Die erste Beisetzung fand 1830 statt – der Leichnam Stifters, der Anfang 1830 verstarb, wurde später vom alten Friedhof überführt. Sein Grab ist heute das älteste noch Erhaltene am Grinzinger Friedhof.
Mehrmals wurde der Friedhof erweitert, nachdem er nach der Eingemeindung Grinzings der Gemeinde Wien 1890 zufiel. Er nimmt heute mehr als das Zehnfache seiner früheren Ausdehnung ein.
Der Forscher Karl Freiherr von Reichenbach (u.a. Entdecker des Paraffins), stellte am Grinzinger Friedhof häufig nächtliche Experimente über das „Grableuchten“ an.
Tatsächlich handelt es sich bei diesem Phänomen – das auch auf anderen Wiener Friedhöfen beobachtet werden kann - um das phosphoreszierende Licht der Verwesung, ein typisches Zeichen für die Übersättigung des Bodens mit Verwesungsprodukten infolge zu rascher Wiederbelegung.
Zu Recht beansprucht der Grinzinger Friedhof heute die Bezeichnung „Nobelfriedhof“. Abseits des Verkehrslärms gelegen, im leicht ansteigenden Gelände in Terrassen angelegt, macht er einen wohl gepflegten Eindruck. Lange, einfallslose Gräberreihen wurden von den Gestaltern bewusst vermieden – die Gräber sind halbkreisförmig in kleinen, von Hecken getrennten Abteilungen angelegt. Neben einigen pompösen Grabtempeln im Stil der römischen Antike finden sich zahlreiche ausdrucksstarke Grabplastiken.
Hier liegen drei der bekanntesten Wiener Architekten des vergangenen Jahrhunderts:
• 1868: August Siccard von Siccardsburg (Oper, Arsenal)
• 1883: Johann Heinrich Freiherr von Fersten (Votivkirche, Universität)
• 1916: Ferdinand Fellner (Volkstheater, Ronacher, Sternwarte, Margaretenhof)
Des weiteren
• 1875: Josef Ritter von Führich (Kirchenmaler)
• 1911: Gustav Mahler (Komponist und Operndirektor)
• 1964: Seine Frau Alma Mahler Werfel (Schriftstellerin, Muse vieler großer Künstler)
• 1966: Heimito von Doderer (Schriftsteller)
• 1985: Raoul Aslan (Schauspieler)
• 1986: Ernst Meister (Direktor des Burgtheaters)
• 1987: Attila Hörbiger (Schauspieler)
Quelle: "Werner T. Bauer - Wiener Friedhofsführer - Falter Verlag"
|
Comments (0) :: Post A Comment! :: Permanent Link
|
|
|
|
Page 1 of 1
Last Page | Next Page
|
|